Philosophie

Der Ursprung des Yoga

Yoga entstand in der großen Upanishadischen Kultur zu einer Zeit, als es noch nicht die Vorstellung oder das Konzept einer heiligen Persönlichkeit oder einem exklusiven Gott gab. Es war eine Weisheits-Kultur die in der Vorstellung lebte, dass Alles Brahman oder Gott ist: Sonne, Mond, Männlich, Weiblich, Atem, Sinne, Essen, Alles ist Brahman oder Gott – Alles ist Eins. Die Vorstellung, von einer speziellen Person als Gott und die damit einhergehende Folgerung, dass alle anderen es nicht sind, war nicht existent.

Die Ent-Mystifizierung des Yoga…

………oder das Mysteriöse in den alltäglichen Dingen des Lebens.

Die brahmanische Tradition des Vedanta basiert auf der Annahme, das Gott das einzig Reale ist, alles andere ist Illusion. Diese Annahme wurde später durch die Vaishnava Auslegung modifiziert wonach alles real ist und die Dualität ein Ende hat, indem alles vereint wird, was vorher als getrennt angesehen wurde. Im Laufe der Zeit jedoch beraubten die orthodoxen Brahmanen, als sie ihre Vedanta Lehre formulierten, den Hatha Yoga seiner tantrischen Wurzeln. Sie wandten den Yoga widerstrebend an und während die Brahmasutra den Yoga eindeutig ablehnte praktizierte die Männer-dominierte Gesellschaft der Brahmanen Yoga. Jedoch wurden Frauen und Sexualität abgelehnt, da sie als störend auf dem Weg zu höheren Realitäten und Freuden bewertet wurden. Der große Yogalehrer Krishnamacharya hat sich sein ganzen Leben bemüht, die tantrische Basis des Hatha Yoga wiederherzustellen. Er holte die tantrischen Praktiken und Erkenntnisse zurückk ans Tageslicht, darunter Hatha Yoga. Praktiken die die Hingabe des Männlichen an das Weibliche, die nährende Kraft des Lebens, die Göttin, die Erste und göttliche Mutter einschlossen.

Mark Whitwell geht einen Schritt weiter in seinem Verständnis von Yoga. Er macht darauf aufmerksam, dass sowohl tantrische Praktiken mit ihrem Versuch Transzendenz zu erreichen ebenso wie der Vedanta mit seinem Dogma der ultimativen Nicht-Realität des Realen im Grunde das Wunder, dass unsere Leben ist verneinen.

Er argumentiert, dass der religiöse Versuch die Quelle der Erfahrung (Gott / die Göttin / die universelle Kraft) zu erkennen, indem man die Erfahrung verneint eine Täuschung ist. Er weißt in die Gegenrichtung und sagt: geh in die Erfahrung hinein, geh in die Beziehungen hinein.

“Die Hingabe an das Gewöhnliche ist die Hingabe an das Göttliche, da sie nicht voneinander getrennt sind. Wenn die Sonne die Quelle all unseren Lebens ist, so ist dass entweder wahr oder nicht. Wenn es wahr ist, wie kannst du dann von der Sonne getrennt sein.”

Auf diese Art und Weise wird die ursprüngliche Bedeutung des Yoga, wie er in den schamanischen Gesellschaften lange vor der Erfindung von Glaubenslehren entstanden ist, wiederhergestellt.

Yoga unchained

Um Yoga also für uns relevant zu machen müssen wir es von den limitierenden Annahmen der verschiedenen Glaubenslehren und der Gesellschaft befreien. Wir müssen es von den limitierenden Annahmen der spirituellen Lehrer des Vedanta befreien, die Hatha Yoga als Teil ihrer Suche nach Gott als “etwas, das von uns getrennt ist” missbraucht haben. Wir müssen es von den Auswüchsen der Fitness Industrie befreien, die Hatha Yoga als Teil des Strebens nach dem perfekten Körper missbraucht. Und obwohl Hatha Yoga zu den tantrischen Praktiken gehört (tantric teachings that are not based on actual Asana and Pranayama Practices are questionable” – Mark Whitwell) müssen wir es aus dem Kontext des Tantra befreien, da Tantra ein Kampf mit der Natur darstellt. Tantra ist der Versuch diese Realität zu leben, um sie zu transzendieren und andere Realitäten, die als “höher” angesehen werden, zu realisieren.

Letztendlich gilt es zu verstehen, was Yoga wirklich ist:

Es ist Kraft, die empfänglich ist.
Es ist die Fähigkeit,
die nährende Kraft des Lebens annehmen zu können.
Es ist das männliche Prinzip, das sich dem Weiblichen hingibt.
Diese Einheit ist die Einheit von Himmel und Erde.
Es ist unsere Lebensform, durch die der Geist Gestalt annimmt und diese Kraft steht allen frei zur Verfügung.

Adaptiert aus Mark Whitwell’s “Yoga of Heart“

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